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Fruchtfliege / Obstfliege / Essigfliege

Allgemeines

Ca. 3mm groß, gelb/braun bis schwarzer Panzer mit roten Augen, tritt massiv in gärendem Obst und Fruchtsäften auf, mag auch Bier, Wein und Milch. Sie sind nicht nur lästig, sie bringen auch die Getränke durch ihre Verunreinigung schneller zum gären und Obst schneller zum faulen. Fruchtfliegen bekommen sie beim Obst oder Warenkauf quasi gratis dazu und bringen sie so in ihre Wohnung. Die Tiere legen auf Obstschalen ihre Eier ab, die dann innerhalb weniger Tage schlüpfen.

Vorkommen

Bleibt überreifes Obst, gärende Säfte, säurehaltige Lebensmittel, Obsttorten, faulende Kartoffeln, Kaffeesatz und Küchenabfälle, etc. in der Küche oder im Büro liegen, so finden sich bald kleine Fliegen ein, die sich besonders ruhig bewegen. Im Haushalt findet man sie auch an und in Flaschen mit Wein, Milch oder Bier, jedoch meistens zu 90% an Obst und Gemüse, aber auch am Ketchup, Marmelade oder Essig.

Biologie

Kleine, nur ca. 3mm große Fliegen. Körper gelb/braun bis schwarz, Augen rot. Larven mit kleinen feinen Dörnchen.
Die Weibchen beginnen bereits 24 Stunden nach der Begattung mit der Eiablage. In wenigen Tagen legen Sie bis zu 400 Eier ab. Die Fruchtfliegen legen ihre Eier direkt an die von ihnen bevorzugten Stoffe ab. Unmittelbar danach schlüpfen die nur 3 mm langen Larven, bohren sich ein und sind nach 4-5 Tagen bereit zur Verpuppung. Das Puppenstadium ist nach weiteren 3-4 Tagen beendet und die erwachsenen Fliegen schlüpfen. Die geschlüpften weiblichen Tiere können schon nach 24 Stunden Eier legen. Unter günstigen Bedingungen kann die gesamte Entwicklung in weniger als 10 Tagen erfolgen.
Berechnungen ergeben eine Nachkommenschaft eines Weibchens von 16 Mill. Fliegen in 30 Tagen. Dies ist auch der Grund für plötzliche z.T. sehr starke Populationen. Die Imagines (erwachsene Fliegen) suchen gärende Stoffe oder Flüssigkeiten auf, wie z.B. Früchte, Fruchtsäfte, Wein, Bier, Küchenabfälle, Kompost, faulendes Obst aber auch zu feucht gehaltene Blumenerde oder Hydrokultur, sie werden auch an Fäkalien angetroffen. Ihre Tendenz zur Massenvermehrung und das ständige Belaufen der Nahrungs- oder Brutsubstrate fördern bei diesen kleinen Fliegen die Möglichkeiten zur Übertragung von Fäulnis- und Krankheitserregern. Zur Massenentwicklung kommt es in Haushalten, in Betriebs- oder Gaststättenküchen oder aber auch in Bürobereichen bei unhygienischer Abfalllagerung, unzureichend geschlossenen Müllbehältern, nicht ausreichender Reinigung und ähnlichem. Außerdem aber auch in Keltereien, in Essig herstellenden Betrieben, Brauereien, Obstlagern usw.
Im Alltag können diese Fliegen sehr lästig sein. Die bekanntesten Vertreter dieser Familie sind zweifellos die große Essigfliege( Drosophila funebris) die eine Körperlänge von 3-4 mm erreicht und die kleine Essigfliege ( Drosophila fasciata ) die nur bis zu 2 mm groß wird.

Als 3. Art soll noch Drosphila replete erwähnt werden, die z.B. in Anlagen moderner Tier-produktionen an feuchten Stellen bzw. in Abfluss-Schächten und Fettabscheidern zum Teil massenhaft vorkommt. Schwüle und feuchte Witterung begünstigen die Population . Kühle Temperaturen und Kühlhäuser verlangsamen dagegen die Entwicklung, führen jedoch nicht, entgegen der irrtümlichen Meinung, unweigerlich zum Tode der Tiere, Eier oder Larven. Bei Rückführung in wärmere Bereiche wird die Population wieder begünstigt und es kann auch in den Wintermonaten zu Massenvermehrung kommen.

Materialschäden

In Fabriken, Küchen, Gaststätten und Büros können sie für Marmelade, Obst oder Gemüse-konserven sowie sonstige Lebensmittel ein wirtschaftliches Problem werden, da sich die Eiablage in wenigen Tagen auf bis zu 400 Stück belaufen kann.
Die von den Larven befallenen Lebensmittel werden völlig vernichtet. Neben dieser unmittelbaren Schadwirkung durch Larvenfraß kommt es zu hohen wirtschaftlichen Einbußen infolge der Übertragung von Hefepilzen und Bakterien durch die Imagines, was wiederum bei Verzehr der Lebensmittel ein indirektes Auslösen von Darmerkrankungen infolge von verdorbenen Lebensmitteln zur Folge haben kann.

Vorbeugung

Vorbeugen können Sie am besten, indem sie das Obst nach dem Kauf mit lauwarmen Wasser und einer weichen Bürste gründlich reinigen. So entfernen Sie die Eier von den Schalen. Außerdem sollten Sie das Obst sowie alle offenen Lebensmittel nach Möglichkeit im Kühlschrank oder einen festverschlossenen Behälter aufbewahren.
Eine täglich zweimalige Entleerung des Mülleimers ist zwingend erforderlich, ebenso wie das Lagern von Leergut und Leergutkästen in einem separaten Raum oder Behälter. Damit nehmen Sie den Fliegen ihre Brutplätze und somit die Möglichkeit sich zu vermehren. Aus diesem Grund sollen auch Zimmerpflanzen nicht zu feucht gehalten und Hydrokultur öfter gewechselt bzw. ausgewaschen werden. Wasserabflüsse und Bodenabläufe müssen nach Beendigung der Arbeiten immer mit heißem Wasser gespült werden. Außerhalb der Öffnungszeiten müssen diese, so weit wie möglich, stets geschlossen gehalten sein.

Bekämpfung

Prophylaxe: Bei diesen Fliegen gibt es sehr zahlreiche, meist kleine Arten. Sie vermehren sich sehr schnell. Zur Vorbeugung müssen die Waren, durch die die Fliegen angezogen werden, in geschlossenen Gefäßen so aufbewahrt werden, dass sie von den Fliegen nicht erreicht werden können und eine Eiablage verhindert wird. Stellen Sie ein Glas Apfelsaft, mit einem Schuss Essig oder ein Glas Rotwein auf. Ein Spritzer Spülmittel nimmt der Flüssigkeit die Oberflächenspannung. Die Fliegen, die durch ihr geringes Gewicht normalerweise Wasser belaufen können, werden nun ertrinken. Somit fangen Sie mit dieser „biologischen Falle“ die Fliegen nach und nach weg. Profi-Fruchtfliegenfallen aus dem Handel funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Da sie nur eine kleine Einstiegsöffnung haben, sind sie etwas hygienischer und optisch ansprechender.

Als sehr erfolgreich haben sich auch sogenannte gelbe und blaue Leimfolien sowie mit ultravioletten Licht unterstützte Fliegenlichtfallen ( mit Klebefolien ) oder Ventilatoren mit Auffangkorb erwiesen. Für nichtlebensmittelverarbeitende Bereiche können auch UV-Lichtfallen mit Spannungs-feldern empfohlen werden, in denen die Fliegen durch einen elektrischen Schlag abgetötet werden. Um das Zufliegen zu verhindern, sollten Türen und Fenster mit Fliegengitter gesichert werden, die es mittlerweile in verschiedenen Variationen und Farben gibt.

Als letztes Verfahren gibt es noch die chemische Bekämpfung. Diese sollte jedoch nur von einem geprüften Schädlingsbekämpfer ausgeführt werden und unterliegt strengsten Bestimmungen. Diese chemische Bekämpfung darf nur nach dem neuesten Stand der Technik durchgeführt werden und ist auch nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn alle anderen biologisch-mechanischen Verfahren und Strategien sowie Vorbeugemaßnahmen, wie oben erwähnt, nicht zum Erfolg geführt haben.

Anschließende Dekontaminationsmaßnahmen sind zwingend erforderlich und zu erfüllen

Erfolgreiche Teilnahme am Projekt ÖKOPFROFIT Hochtaunus 2015 der Vogt und Sommer GmbH.