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Fliegen

1 Fliege transportiert bis zu 5 Millionen Keime

Neben der Belästigung durch Stich (Mücken, Wespen, Stechfliegen) oder blossen Anflug und Hautkontakt (Stubenfliegen) können Fluginsekten pathogene Mikroorganismen direkt auf Menschen, Haus- und Nutztiere sowie Nutzpflanzen übertragen. Die damit mögliche Schädigung kann auch indirekt verursacht werden über die Verkeimung von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen.

Die Grosse Stubenfliege (Musca domestica), die Stallfliege (Musca stabulans) wie auch Stuhl- und Aas-besuchende Fleischfliegen (Sarcophaga spec.), Goldfliegen (Lucilia spec.), Glanzfliegen (Phormia spec.) sowie die Schmeissfliegen (Calliphora spec.) gelten als besonders wirkungsvolle Vektoren.

Erreger-Übertragung

Die Verschleppung mikrobieller Erreger ist bei Fliegen zwangsläufig, wobei pro Fliege bis zu fünf Millionen Keime transportiert werden können, darunter so wichtige Erreger wie die von Typhus, Cholera, Ruhr, Kinderlähmung, Lungenentzündung, Maul- und Klauenseuche. Auf geeignetem Substrat vermehren sich Keime sehr rasch. So lässt sich mit Hilfe eines Nährbodens (Blutagar) leicht nachweisen, dass zum Beispiel eine Grosse Stubenfliege eine bakterielle Fussspur zieht.

Die Art der Nahrungsaufnahme einer Stubenfliege fördert die Übertragung von Mikroorganismen gleich in mehrfacher Weise:

  1. Durch Herumlaufen auf der Nahrungsoberfläche erfolgt eine “fakultativ taktile” Keimübertragung wie beschrieben.
  2. Stubenfliegen wie auch andere Fliegenarten mit einem Tupfrüssel können keine festen Stoffe aufnehmen. Ihr Rüssel sezerniert Verdauungssäfte auf die Nahrung, die eine Verflüssigung und partielle extrakorporale Verdauung besorgen. Diese Nährlösung wird dann aufgetupft. Abbildung stellt den Vorgang schematisch dar.
Schematische Darstellung einer Stubenfliege beim Auftupfen eines
verflüssigten und vorverdauten Nahrungspartikels.

Praktisch gleichzeitig wird ein Kottröpfchen abgegeben, wobei Keime aus dem Fliegendarm freigesetzt werden. Diesen Übertragungsmodus nennt man “fakultativ exkretorisch”.
Ist ein Nahrungsmittel feucht und eiweisshaltig, wird es zudem zur Eiablage benutzt. Eine grosse Stubenfliege legt etwa 2000 Eier. Bei geeigneter Temperatur schlüpfen die Maden binnen Stunden.

Die zahlenmässige Minderung schädlicher Fluginsekten war daher immer schon herausragendes Ziel menschlicher Bemühungen.

Es gehört zum allgemeinen Erfahrungsgut, dass Insekten auf Lichtquellen zufliegen. Jeder kann es an Sommerabenden beobachten. Phototrope Grundstimmung vorausgesetzt, fliegen nachtaktive Insekten jegliche Lichtquellen an, offenes Feuer (Kerzen, Öl-, Gaslampen) und elektrisches Licht jeder für ein Insektenauge wahrnehmbaren spektralen Zusammensetzung. Tagflieger tun dies nicht in gleichem Ausmass. Sie werden stärker angelockt, wenn die Lichtquelle Anteile an langwelligem UV-A im Bereich 365 nm abstrahlt. Während für Nachtflieger jede sichtbare Lichtquelle freien Flugraum bedeutet, muss der sich im Licht bewegende Tagflieger ein spezifischeres Signal für freien Flugraum erhalten. Dies eben ist langwelliges UV, welches nur direkt von der Sonne oder als Globalstrahlung aus dem unbedeckten Himmel kommen kann. Viele Fluginsekten haben eine spezifische Anpassung entwickelt: Der UV-empfindliche Rezeptor im Facettenauge zeigt bei 365 nm ein Absorptionsmaximum.

Erfolgreiche Teilnahme am Projekt ÖKOPFROFIT Hochtaunus 2015 der Vogt und Sommer GmbH.