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Apfelblütenstecher

Schaderreger und Schadbild

Dieser Rüsselkäfer kann besonders auf Apfelbäumen ohne regelmäßige Schutzmaßnahmen zu verheerenden Schäden des Blütenbestandes führen.
Gegen Ende der Apfelblüte öffnet sich eine Anzahl der Knospen nicht, sondern bleibt im „Ballon-Stadium" stecken (1). Ihre Blütenblätter trocknen ein. Drinnen sind kleine gelbliche Larven, später Puppen zu finden. Der Inhalt der Blütenknospen ist total aufgefressen. Dieses „Auslichten" der Blüte und dadurch der Früchte, kann bei starkem Blütenansatz und schwachem Befall sogar positiv gesehen werden. Umgekehrt aber, bei schwachem Blütenansatz und einer kalten befruchtungserschwerenden Blütenperiode können die Folgen für den Fruchtansatz verheerend sein.

Schädlingsentwicklung

Der Käfer überwintert in den Rindenspalten oder Holzritzen ®. Er ist bis zu 4 mm groß, grau-braun und hat einen langen Rüssel (2). Eine helle nach vorn offene winkelige Querbinde auf den Deckflügeln, unterscheidet ihn von dem Birnenknospenstecher. Ab Mitte März beginnt der etwa 1-3 Wochen dauernde „Reifungsfraß" auf den sich eben öffnenden Knospen, nachdem die Käfer fortpflanzungsfähig sind. Die Weibchen legen 20-100 Eier einzeln in die eingebohrten Blütenknospen hinein (3). Die nach 5-8 Tagen ausgeschlüpften Larven fressen das Innere der Blütenknospen. Die Knospen bleiben geschlossen (4). Nach der Verpuppung verlassen die Käfer durch ein aufgenagtes unregelmäßiges Loch die inzwischen ganz verbräunten Knospen. Sie fressen einige Zeit an den Blättern (Fensterfraß) (5), was aber für die Bäume keine große Bedeutung hat. Im Juli beginnt die Winterruhe unter den Borkenschuppen (6), die im warmen Herbst u. U. kurzfristig unterbrochen werden kann.

Vorbeugung und Bekämpfung

Bei starkem Blütenansatz ist der Schaden in der Regel unbedeutend, und deshalb kann normalerweise auf chemische Bekämpfung verzichtet werden.
Auf stark befallenen Bäumen kann eine chemische Spritzmaßnahme unmittelbar nach dem „Mausohrstadium" notwendig werden. Diese kann entweder durch regelmäßige genaue Beobachtung der Knospen oder mit Hilfe von etwa 20 cm breiten, kurz vor Beginn des Austriebes um die Baumstämme angelegten Wellpapperingen ermittelt werden. Wenn morgens bei den ab dem „Mausohrstadium" durchgeführten Kontrollen der Papperinge mehrere Käfer ermittelt werden, ist eine genaue chemische Behandlung der Bäume durchzuführen.


Apfelsägewespe

Schaderreger und Schadbild

Ähnlich wie bei dem Apfelblütenstecher kann ein schwacher Befall durch die Apfelsägewespe bei einem starken Blütenansatz als positiver Ausdünnungsfaktor gesehen werden. In einer umgekehrten Situation aber ist die Wespe als gefährlicher Schädling zu sehen.
Einzelne junge Früchte zeigen im Mai/Juni auf der Fruchtschale einen verkorkten, spiralenartigen Miniergang (3). Andere wieder sind innen ausgehöhlt und mit feuchten Kotkrümeln gefüllt. Drinnen ist oft eine penetrant, nach Wanzen riechende bis 12 mm große, weißliche mit schwarzem Kopf versehene Larve (4). Befallene Äpfel werden vorzeitig noch vor der „Walnußgröße" abgestoßen. Bei starkem Befall und schwachem Fruchtansatz können alle jungen Früchte beschädigt und abgestoßen werden.

Schädlingsentwicklung

Die Entwicklung ähnelt der der Pflaumensägewespe. Die 5-7 mm lange, braunschwarze Apfelsägewespe legt ihre bis zu 20 Eier etwa Ende der Blütezeit in die Blütenkelche. Die aus den Eiern ausgeschlüpften Larven können auch mehrere (je 3-5) junge Früchte zerstören. Zur Überwinterung wandert die Larve in den Boden, wo sie in etwa 10-15 cm Tiefe einen Kokon spinnt.

Vorbeugung und Bekämpfung

Da die Apfelsägewespe genau wie auch die Pflaumensägewespe von der weißen Farbe angelockt wird, kann ein Befall durch die auf den Baum während der Blütezeit gehängten weißen Leimtafeln reduziert werden. Durch öfteres Abschütteln, genaues Absammeln und Beseitigen der befallenen Früchte im Mai/Juni kann eine wesentliche Minimierung des Befallsdruckes auch für das nächste Jahr erreicht werden.
Wenn während der Blüte die Apfelsägewespen auf dem Baum festzustellen sind, sollte direkt nach dem Abfallen der letzten Blütenblätter eine genaue chemische Behandlung durchgeführt werden.

Erfolgreiche Teilnahme am Projekt ÖKOPFROFIT Hochtaunus 2015 der Vogt und Sommer GmbH.